Mit dem Abschluss der Serienlieferung im April 1991
waren für den grenzüberschreitenden Verkehr 35 Lokomotiven bei DR und ČSD (BR 230 - 20 Stück und BR 372 - 15 Stück)
vorhanden.
Die 20 Lokomotiven der DR wurden im Bw Dresden Friedrichstadt und die 15 Lokomotiven der ČSD im
LD Ústí nad Labem beheimatet.
Mit Fahrplanwechsel am 02. Juni 1991 wurde der durchgehende elektrische Planbetrieb
mit den Lokomotiven der BR 230 (DR) und BR 372 (ČSD) im Elbtal aufgenommen. Fortan werden alle Schnellzüge und
der größte Teil der Güterzüge im Abschnitt zwischen Dresden und Děčin bespannt. Langläufe führen die
Zweisystemloks planmäßig bis ins tschechische Kutna Hora.
Im Fernverkehr laufen die Maschinen ab dem
02. Juni 1991 unter anderem bis Leipzig und Berlin, befördern hier D-Züge
mit so klangvollen Namen wie:
Meridian / Balt-Orient-Express / Metropol / Pannonia-Express /
Vindobona / Hungaria
Der zeitraubende und uneffektive zweimalige Lokwechsel konnte nun auf der stark belasteten Transitstrecke
Bad Schandau - Děčin entfallen und die Durchlassfähigkeit gesteigert werden.
Gleichzeitig erfolgten die Feierlichkeiten zum 140jährigen Jubiläum der Strecke Dresden - Prag.
Die offiziellen Eröffnungszüge für den durchgehenden elektrischen Planbetrieb bespannten am 1. Juni 1991
die 230 020-0 und die 372 004-2.
Im harten Planeinsatz zeigen sich bald erste konstruktionsbedingte Mängel. Der Wechselstromteil der Lokomotiven
fällt häufig aus. Probleme bereiten hauptsächlich die Hilfsbetriebe, während die Traktionssteuerung dagegen recht
stabil läuft. Die Situation spitzt sich im Juli 1991 so zu,
dass die DR-Hauptverwaltung anweist, allen mit Zweisystemlokomotiven bespannten Reisezügen zwischen
Berlin und Dresden eine zweite Lok beizugeben oder mit 15 kV 16 2/3 Hz-Lokomotiven bis Bad Schandau zu fahren und
dort umzuspannen.
Mit der Zulassung der Streckengeschwindigkeit von 160 km/h zwischen Flughafen Bln-Schönefeld und Dresden sowie
der weiteren Ablieferung der BR 112 und der Einführung der EC/IC-Linie (Prag -) Dresden - Berlin - Hamburg (- Westerland)
zum Jahresfahrplanwechsel 1992/1993 sind die Loks der BR 180 den
gestiegenen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Weil sie in Bezug auf Zugkraft und Beschleunigungsvermögen
überzeugen, sind sie jedoch beim Tf-Personal sehr beliebt.